Mallorca

Februar 1999

 

Reisebericht von Klaus Almeroth

 
Besonders Anfang Februar, zur Zeit der Mandelblüte, zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite. Doch nicht nur die Motive einer blühenden Landschaft sind zum Staunen, sondern die Vielfalt der Insel: reizvolle Küstenregionen, schroffe Berge, schöne Häfen, sanfte Hügel, weite Ebenen, versteckte Badebuchten und lange Strände.

Viele denken bei Mallorca sogleich an Prominente, die sich dort ein-
gekauft haben, an badende Menschenmassen, sowie an „Ballermann 6“. Die ganze Unkultur spielt sich aber nur in den Sommermonaten und ganz besonders an einem Küstenabschnitt nahe der Hauptstadt Palma ab. Vom Flughafen fahren diese Urlauber direkt ins Hotel, von da zum Baden und sehen kaum mehr von dieser schönen Insel. Wenn man nicht unbedingt an diese  Stellen fährt  und sich zudem andere Monate  zum Besuch  aussucht,

sieht man erst, wie interessant und abwechslungsreich die Landschaft ist. Von unserm Hotel in Illetas, westlich von Palma sind wir mit zwei Mietwagen zu Tagestouren gestartet, die wir bereits in Hannover geplant hatten. Aber auch mit Bus und Bahn kann man die Insel gut erkunden. Aber sehr empfehlenswert ist es,  mit der Eisenbahn (Ferrocarril) vom Zentrum Palmas nach Sóller zu fahren.  Die Fahrt geht zunächst durch die Ebene, vorbei an blühenden Mandelbäumen und Orangenhainen, hinein in das Tramuntana-Gebirge.

Bei einem Foto-Halt des Zuges (nur bei Tren Touristico, Abfahrt 10:40) hat man eine wunderschöne Aussicht,  u.a. ins Tal nach der Stadt Sóller, unserem ersten Ziel. Dort angekommen sollte man den Bahnhof, das Leben auf der Plaza und das Schaufenster von Eugenio, einem bekannten Olivenholzschnitzer, auf sich wirken lassen. Die Suche nach einem passenden Andenken kann hier bereits erfolgreich sein.  Dann geht es schaukelnd und quietschend weiter mit der Straßenbahn
(ja richtig, die gibt es hier!) hinunter zum Hafen (Port Sóller). Normalerweise sitzt man bequem in Anhängerwagen (z.T. mit offenen Fenstern, herrlich!).  Diesmal aber standen wir dichtgedrängt im einzigem Triebwagen, der während der Straßenbauarbeiten den Betrieb aufrecht erhielt. Doch nach 20 Minuten wird man entschädigt von einem phantastischen Hafenpanorama. Hier gibt es dann manches zu sehen und zu entdecken.    

Bevor der Linienbus um 16 Uhr abfährt, ist noch ausreichend Zeit, einen Imbiss zu nehmen, einen „Cafe con leche“ zu trinken oder auch nur die Sonne zu genießen. Die Busfahrt geht an der Küstenstraße entlang über Deía (das Künstlerdorf) und Valldemossa (ein malerischer Ort, der Wert darauf legt, dass Chopin einige Monate dort gelebt hat)  zurück nach Palma, unserm Ausgangspunkt. Beim Einsteigen in den Bus sollte man darauf achten, in Fahrtrichtung rechts zu sitzen; dann hat man die beste Sicht und kann während der kurvenreichen Fahrt wieder mal nur staunen, wie schön doch Mallorca ist.