Freiberg & Dresden

März 2000

Aus dem Reisetagebuch von Lisa Almeroth

Schon im Dezember 1999 hatte uns Ursel Mader  zu ihrem 5o. Geburtstag eingeladen.  Uns zuliebe  verschob sie die Feier  auf Samstag, den 11.3.2000. Christel, Emil, Klaus und ich fuhren am Freitag, den 10.3.2000 ,um 9:29 Uhr , ab Hannover in Richtung Leipzig über Dresden nach Freiberg. Gegen 15:30 Uhr kamen wir wohlbehalten an.
Ursel holte uns vom Bahnhof ab. Wir alle freuten uns auf dieses Wiedersehen. Schnell wurde ein Taxi organisiert. Zuerst fuhren wir in die Pension, in der wir für zwei Nächte unterkamen. Nach einer kurzen  Verschnaufpause  ging es wieder per Taxi  zum Untermarkt ins Cafe Andelt. Ursel Hatte einen Tisch vorbestellt, doch da wir  30 Minuten später eintrudelten, hatte man ihn anderweitig vergeben. Ein wenig Geduld  und schon wurde für uns ein schönes Plätzchen frei gemacht. Bald traf auch Klaus Nr. 2, Ursels Mann ein. Herzliches Begrüßen, nettes Plaudern, und dabei ließen wir uns Kaffee und Kuchen schmecken. Anschließend bummelten wir durch Freibergs Gäßchen. Bald entdeckten wir in der Färbergasse unser früheres Domizil.

Wir freuten uns, daß das alte Patrizierhaus in neuem Glanz erstrahlte und es  nun als Altendomizil genutzt wird.  Überhaupt waren wir erstaunt, wieviele desolate Häuser aus DDR-Zeiten wieder schön herausgeputzt wurden. Über den Obermarkt ging es dann in die Nonnengasse in Ursels und Klaus´ gemütliche Wohnung. Ihr eigenes Häuschen haben sie sich mit viel Fleiß  und großem Einsatz restauriert. Zum Abendessen wurde uns eine leckere Wurst- und Käseplatte serviert, dazu  anregende Ge-tränke. Wer konnte da widerstehen?
Während Ursel  mit Freude ihre Geburtstagsgeschenke auspackte, machten wir es uns auf der Couch gemütlich, plauderten  und scherzten miteinander. Der schöne Abend  verging wie im Fluge. Ein Taxi brachte  uns in unsere Pension, in der wir sehr gut untergebracht waren. Am Sonnabendmorgen nahmen wir unser Frühstück im gemütlichen Speiseraum ein. Das Frühstücksbuffet war  reichlich und gut, die Gastgeber sehr freundlich. 

Wir staunten nicht schlecht, als  wir um 8:00 Uhr  mit einem Minibus abgeholt wurden. Ein freundlicher Fahrer namens Jörg begrüßte uns, auch Klaus und Ursel empfingen uns strahlend. Die Lieben hatten extra  diesen Bus mit „Reiseleiter“ angeheuert, damit Klaus nicht am Steuer sitzen mußte.

Er wollte diesen Tag gemeinsam mit uns genießen können, sich nicht ständig auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Das war einfach eine tolle Idee. Bald wurde das Geheimnis gelüftet: es ging nach Dresden. In der Nähe der Semperoper  wurde  der Minibus abgestellt. Der Reiseleiter erklärte uns manch  Wissenswertes. In mir wurden Erinnerungen wach, als  ich 1989 kurz vor der Wende an der gleichen Stelle stand. Überall waren Militär und Polizei postiert. Das war sehr beklemmend.

Zehn Jahre danach verspürte ich ein befreiendes, glückliches und dankbares Gefühl. Wir besichtigten den Zwinger, bestaunten die prachtvolle Barockarchitektur, am Stadtpavillon die Meißener Porzellanglocken (auch Glockenspielpavillon genannt) und warfen einen  kurzen Blick in den Stallhof.

Anschließend bewunderten wir entlang der Augustusstraße den 102  Meter langen  Fürstenzug aller sächsischer Herrscher von 1123 bis  1904 – ein riesiges Wandbild aus 24000 Meißener  Porzellanfliesen - und begaben uns dann in Richtung Frauenkirche. Hier konnten wir im bereits fertigestellten Kellergewölbe, sprich Andachts- und Orchesterraum  (Unterkirche) einen Film sehen über die Aufbauarbeiten der Frauenkirche und wie diese in  der Fertigstellung  aussehen  soll. Wie schön, daß wir unmittelbar vor Ort, all das sehen und erfahren konnten.
Es war sehr beeindruckend, was Menschen schon  dank vieler Spenden bewerkstelligt haben, wie Gott seinen  Segen  zu diesem Aufbau gibt.

Draußen bewunderten wir das neue Kreuz, das später den Turm zieren soll. Es ist ein  Versöhnungsgeschenk eines Briten, dessen Vater  1945 Bomben auf die Stadt warf. 

Der Sohn hat es selbst gefertigt. In einem benachbarten  Pavillon besichtigten wir ein Modell der zukünftigen  Frauenkirche.

Unweit der Frauenkirche ent-deckten wir einen riesigen Lagerplatz mit altem Gestein der zerstörten Frauen-kirche. Fein  gesäubert und nummeriert lagert es hier, überdacht, bis es naturgetreu in den Neubau eingefügt wird.

 

 

Anschließend begeben wir uns in ein nettes, kleines  Restaurant, in dem wir zu Mittag speisen. Ich genieße den ersten ,frischen Spargel in diesem Jahr. Hmm, war  der lecker! Aus Freude an diesem schönen Tag, den uns die Lieben bereitet haben, spendierte ich allen das Mittagessen. Gut gestärkt machten wir noch einen Abstecher in die Kreuzkirche. Vor dem Eingang erwartete uns  mit dem Bus unser  treusorgender Reiseleiter; denn es goß gerade fürchterlich, und wir sollten nicht naß werden. Jetzt fuhren wir nach Radebeul, ganz gespannt, was Ursel und Klaus noch mit uns vorhatten. Zu unserer größten Überraschung  durften wir in einer dampfgetriebenen Schmalspurbahn Platz nehmen, die uns durch eine  malerische Teich- und Grünlandschaft chauffierte. Diese Überraschung ist den Lieben echt gelungen. Wir waren ganz bewegt und von Herzen dankbar ob dieser tollen Idee.

Schließlich führte uns unser  Weg noch in die Moritzburg, wo wir an einer interessanten Führung teilnahmen.

Langsam neigte sich der Tag, und es war Zeit, an die  Rückfahrt zu denken. Wenngleich es ab und zu regnete, so hatten wir doch Glück, daß meistens die Sonne schien,      wenn wir draußen waren. 

Regnete es arg, saßen wir bereits im Bus.


Welch ein Geschenk des Himmels!  In unmittelbarer Nähe der Moritzburg stand unser Fahrer schon vor dem Bus parat, um uns nach Freiberg über Meißen zurückzubringen. Wohlbehalten in Freiberg ange-kommen, war es dort kalt und regnerisch. Wie wir erfuhren, hatte es dort den ganzen Tag geregnet. Beschirmt und im Eiltempo  begaben wir uns in ein Weinstübchen, wo die Lieben einen Tisch vorbestellt hatten. Hier war es urgemütlich. Wir speisten genüßlich zu Abend ,genossen unser Zusammensein, die Nachfeier des 50. Geburtstages von Ursel, hatten angeregte Unterhaltung, kurzum, wir waren eine fröhliche Truppe.

Gegen 22:30 Uhr brachte uns ein Taxi  wieder in unsere Pension. Glücklich und dankbaren Herzens für den erlebnisreichen Tag  und alle Bewahrung  schliefen wir schnell ein. Am Sonntag, den 12.3.2000, frühstückten wir um 8:30 Uhr. Kurz danach holten uns Klaus und Ursel im eigenen Wagen ab,während Christel und Emil noch einen Tag länger in Freiberg blieben.

Einen kurzen Abstecher machten wir zum Schwanenteich, um das neu errichtete Schwanenschlößchen zu bewundern.

Dann ging es in Richtung Bahnhof. Auf dem Bahnsteig wurden wir von Klaus und Ursel liebevoll mit Freiberger und Dresdener Eierschecke in der Tasche verabschiedet. Alles in allem, es war ein erlebnis-reiches, wunderschönes Wochenende, das uns die Lieben geboten hatten. 

Unserm treuen Herrn und Gott, sowie unsern Gastgebern sei dafür ganz herzlich Dank gesagt!