Nonnenhorn am Bodensee

September 1999

Aus dem Reisetagebuch von Lisa Almeroth

Klaus hat wie immer gute Vorarbeit geleistet: Zimmer bestellt, Reiseroute rausgesucht, Plätze reserviert, Fahrkarten gekauft, Koffer „von Haus zu Haus“  organisiert.  Auf die Reise begaben sich  Klaus, Lisa, Opa, Emil und Christel. Am Donnerstag, den 16.9.99, trafen wir uns mit Opa im Hauptbahnhof an der U-Bahn-Station. Um 8:28 Uhr setzte sich der ICE in Bewegung.  Klaus pirschte schnell ins Abteil, um unsere Sitzplätze aufzuspüren. Wir vier brav hinter ihm her. Welch eine Erleichterung, keine Koffer, nur Taschen dabei zu haben. Unser lieber Opa hatte schon gefrühstückt, wir aber noch nicht. Deshalb baten wir ihn, auf unsere Sachen zu achten, während wir uns im MITROPA-Speisewagen stärken wollten. Für Opa brachten wir Brote und einen Becher Kaffee mit, so daß er ein zweites Frühstück einnehmen konnte. Ein jeder genoß die Bahnfahrt auf seine Weise. Mal plauderten wir miteinander, mal wurde gelesen, Kreuzworträtsel gelöst, Musik gehört, die Landschaft betrachtet, ein Nickerchen gemacht. 

Bald erreichten wir Augsburg, wo wir in den Zug nach Klosterlechfeld umstiegen. Für etwa zwei Stunden unterbrachen wir dort die Fahrt, damit Opa, Emil und Christel sehen konnten, wo Jörg und Cathleen wohnen. Jörg holte uns per Rad vom Bahnhof ab, wir wurden liebevoll begrüßt. Dann spazierten wir in die „Adalbert-Stifter-Str. 2“, wo die Kinder ihr Haus haben. Cathleen hatte extra für uns Kuchen gebacken (Hmmm, sehr gut gelungen), Jörg kochte Kaffee, gemeinsam ließen wir’s uns schmecken. Wir besichtigten noch Haus und Garten und ab ging‘s zum Bahnhof zur Weiterfahrt nach Nonnenhorn, wo wir gegen 18:30 Uhr ankamen. Dort erwartete uns unser Gastgeber, Herr Wezler, mit dem Auto.

Obwohl der Weg zum Quartier nicht weit ist, lud er Opaund Emil mit all den Taschen ein und fuhr sie in die Pension. Wir spazierten hinterher. Frau Wezler begrüßte uns alle sehr liebevoll. Wir wohnten ja schon mehrere Male bei ihnen. Wir hatten im Erdgeschoß Zimmer mit Duschbad und Balkon (Opa mit Terasse).

Nach dem Kofferauspacken und Erfrischen gingen wir ins Gasthaus „Zum Torkel“ (Tisch hatte Klaus schnell noch vorher bestellt). Zur Be-grüßung gab es den beliebten Holunderblüten-Sekt, danach einen Salatteller, dazu Felchen/Saibling, worauf wir uns schon lange freuten.Emil genoß, wie immer und überall, sein „geliebtes“ Schnitzel. Alles schmeckte ausgezeichnet. Wir hatten beim „Schlemmen“ viel Spaß miteinander. Klaus bezahlte für alle die Rechnung. Um 21:45 Uhr machten sich Opa und Emil auf den Heimweg,  während wir drei noch einen Spaziergang zum See unternahmen. Übrigens hatten wir auf dem Weg zum „Torkel“ viel zu lachen.
Hatte doch der Opa entdeckt, daß er noch die Hausschuhe anhatte. Auch sein Glasauge war im Zimmer geblieben. Naja, unter dem Tisch sah niemand, was er an den Füßen trug. Diese Episoden gehören einfach zum Urlaub dazu.

Vom See zurück, waren auch wir „bettreif“. In der schönsten Einschlafphase,  kurz nach Mitternacht, schrillte das Telefon. Jörg, der vorher vergeblich versucht hatte, uns zu erreichen, wollte erstens wissen, ob wir gut angekommen sind und zweitens, wie man Holunderbeergelee bereitet oder den Saft davon aufbewahrt. Also gab Vati Auskunft. Wir brauchten dann noch eine ganze Weile ehe wir einschlafen konnten.
Freitag, 17. September

Um 8:30 Uhr treffen wir uns zum gemeinsamen Frühstück. Opa erklärt seinem Klaus mit einem Schmunzeln: „Glasauge drinnen, Straßenschuhe an, Hausschuhe aus. Ist es recht so, mein Sohn?“ Wir müssen alle herzlich lachen, im Haus hätte der Opa die Hausschuhe anbehalten können. Aber er wollte eben alles recht machen. Anschließend finden wir uns in unserem Zimmer zur Morgenandacht ein. Klaus hat Andachtstexte und Liederhefte vorbereitet für die gesamte Woche. Viel Mühe hat sich mein Schatz gemacht.

Wir gehen zur Schiffsanlegestelle, wollen nach Lindau schippern. Mir kommt die Idee, das herrliche Wetter zu nutzen, um auf die Insel Mainau zu fahren. Alle sind einverstanden. Wir kaufen uns, wie die Jahre zuvor, einen Bodenseepaß, um bei unseren Unternehmungen die Hälfte der Kosten zu sparen.

Auf zur Insel Mainau! An Deck genießen wir gut zwei Stunden Licht, Luft, Sonne und  Wasser. Einfach traumhaft!  Emil und Christel lassen sich von der Sonne bräunen, Opa betrachtet die herrliche Landschaft. Auf der Insel angekommen, spendiere ich allen ein Eis. Jetzt geht es durch die schönen Anlagen: wunder-volle Blumen, Dahlien in allen Variationen und Far-ben bieten sich unserem Auge.

Unter dem Motto „Dahlienkönigin des Jahres“ können die Besucher ihren Favoriten mit Nummer und Namen notieren. Wir machen mit, eventuell gewinnen wir auch was. Nun kommen wir zu den Kaskaden, den mit Blumen umgebenen, stufenartigen Wasserfall. Opa stellt fest: „Fast wie in Kassel-Wilhelmshöhe“. Ein Tropenhaus ist neben der Kirche neu entstanden. Vom Baustil her paßt es nach unserer Meinung gar nicht in die Landschaft. Trotzdem gehen wir hinein und besichtigen die tropischen Pflanzen. Nach dem schauen wir uns das Innere der Kirche an. Ziemlich prunkvoll, aber schön. Unsere Füße werden müde und so entschließen wir uns, im nahegelegenen Kaffeegarten Platz zu nehmen.

Auf dem Rückweg zum Schiff suchen wir eine Einwurfmöglichkeit für unsere Dahlienwertungen. Christel meinte, sie wüßte, wo die Behälter stehen. Also, nichts wie hin! Was entdecken wir?  Fünf Abfallbehälter, aber nichts für die Wertungskarten. Wir amüsieren uns köstlich. Schließlich fragte Christel mutig am Kassenhäuschen nach; und genau da war die Abgabestelle.
Das Schiff wartet zur Rückfahrt. Alle Mann an Deck, Plätze an der Sonne einnehmen! Emil spendiert eine Flasche Wein. Eine nette Geste! Bei guter Laune süffeln die Lieben (außer mir) die Flasche leer. Opa hält in allem ohne zu klagen immer fröhlich und dankbar durch. Er liefert auch manch humorvollen Beitrag. Abends, kurz vor 20 Uhr kommen Jörg und Cathleen mit dem Auto in Nonnenhorn an. Wir freuen uns, daß sie wenigstens bis Sonntagabend bleiben können. Der Tag klingt aus mit einem gemeinsames Abendessen im „Gasthof Adler“. Ich spendiere für alle das Essen und die Getränke. Sogar der Ober nimmt ein Schnäpschen an, um mit der lustigen Truppe anzustoßen.

Cathleen hält sich an Wein und mehrere „Ramazotti“, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Um 22.45 Uhr verlassen wir den Gasthof und erfahren so ganz nebenbei, daß der Ober aus Freiberg/Sa. stammt. Opa und Christel freuen sich auf ihr Bettchen, während wir anderen noch in den Destille-Keller schauen. Da wird nochmals ein vom Hausherrn gebranntes Schnäpsle probiert. Cathleen verkleidet sich mit einem weißen Laken, um als Gespenst die Männer zu erschrecken. Dann entdeckt sie alte Lampenschirme und einen großen Einfülltrichter,  die sie als Kopfbedeckung benutzt. Sie sieht zum Jodeln aus, wir biegen uns vor Lachen! Plötzlich zischt sie: “Pssst, Frau Derner wird wach!“ Diese Redewendung ist uns allen aus Hermsdorf/Thür. von früher wohlbekannt. Um 22.30 Uhr sind wir alle recht müde, und jeder sucht sein Bettchen auf.
Samstag, 18. September
Nach dem Frühstück wandern wir um 9.45 Uhr zügig nach Wasserburg, um 10.20 Uhr das Schiff nach Rorschach zu erreichen. Herr Wezler will Opa und Emil mit dem Auto an die Anlegestelle fahren. Fahrkarten hat Klaus bereits gekauft. Die Abfahrtszeit rückt näher und näher. Kein Herr Wezler, kein Opa, kein Emil zu sehen. Wir machen uns Sorgen. Ich bete leise, schaue nochmal zum Parkplatz. Gott sei Dank, endlich kommt Klaus, eingehakt mit Opa und Emil auf mich zu. Der gute Herr Wezler hat „nicht geschaltet“, hat die Zeit „verbaselt“. Unser Schiff ist natürlich weg. Klaus kann glücklicherweise mit viel Überredungskunst die Karten zurückgeben. Er unterbreitet uns seine neue Idee:  wir fahren heute nach Meersburg! Zuerst mit dem Schiff bis Lindau, dann mit dem Zug nach Friedrichshafen, von dort mit dem Bus. In Meersburg bummeln wir durch die Altstadt, über den Flohmarkt bis zum Burggarten.

Danach geht es über viele Stufen am Rande eines Weinberges hinab ins Gartencafé am See. Opa und Emil haben mit der Stufenkraxelei eine enorme Leistung vollbracht. Um 16:43 Uhr geht es mit dem Schiff zurück nach Nonnenhorn.

Wir sitzen bei strahlender Sonne wieder an Deck. Heute spendiert Jörg eine Flasche Meersburger Wein. Bei guter Stimmung erreichen wir gegen 18:40 Uhr unsern Heimathafen. Beim „Seewirt“ wird zu Abend gegessen. Bei der abendlichen Andacht in unserm Zimmer begleitet uns Jörg bei den Wunschliedern mit der Gitarre (übrigens, ohne daß wir es wissen, haben sich Zuhörer am Balkon eingefunden, die unseren Gesang, laut Aussage von Frau Wezler, ganz toll fanden). Anschließend spielen wir noch einige Runden Rommé, während Emil und Opa schon friedlich schlummern.
Sonntag, 19. September
Die geplatzte Tour ans Schweizer Ufer soll nun heute stattfinden. Um 9:18 Uhr fahren wir mit dem Zug nach Lindau, mit dem Schiff über Wasserburg nach Rorschach, dann mit der Bergbahn im Aussichtswagen nach Heiden.

Wir unternehmen einen kleinen Ortsbummel, setzen uns auf ein Bänkli mit dem Blick auf den Bodensee, schauen uns das Denkmal des Rote-Kreuz-Gründers (Henry Dunant) an. Mit dem Bus geht es bis Walzenhausen. Auf der Hotelterasse des Hotel „Walzenhausen“ trinken wir den guten „Schümli“-Kaffee. Es ist sehr windig, so daß hin und wieder sogar Gläser vom Tisch sausen. Einige Gäste gehen in Deckung. Wir selbst sitzen recht geschützt und genießen die Landschaft. Mit der Zahnradbahn fahren wir nun nach Rheineck, von hier mit dem Schiff auf einem Rheinarm in den Bodensee bis Rorschach. Am Ufer blinken rundum gelbe (Sturm-) Warnlampen für die kleinen Boote. Wir sind in unserm Schiff aber sicher. Unser Magen meldet sich ein bissel, also essen wir Wienerle und Chicken mit Dipps. Hmm, war das lecker! In Rorschach steigen wir in ein anderes Schiff um, fahren zurück nach Lindau.Hier spazieren wir mit Opa zum Rathaus, um ihm die wunderschöne Malerei am Gebäude zu zeigen.
Durch die Fußgängerzone geht es zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Nonnenhorn. Dankbaren Herzens finden wir uns zur Andacht ein. Jörg begleitet uns wieder toll mit der Gitarre. Opa und Emil fahren mit Jörg und Cathleen zur Gaststätte „Zur Kapelle“, wo wir Fußgänger uns auch einfinden. Heute spendiert Opa für alle das Abendessen. Große Freude, Cathleen hat ein hübsches Dirndl an. Ganz süß schaut sie aus! Aber auch im schwarz/grünen Dirndl sieht sie bezaubernd aus. Gegen 21:30 Uhr bringen sie Opa nach Hause; sie selbst fahren gleich zurück nach Klosterlechfeld. Es war eine wunderschöne, harmonische Zeit mit ihnen. Um 22:30 Uhr  machten wir uns dann mit Emil und Christel auf den Heimweg. Im Fernsehen sahen wir uns noch kurz die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen an. Wieder Sieg der CDU, Klasse! Jörg rief an, daß sie wohlbehalten zu Hause ankamen.

Montag, 20. September
Frühstück um 8:30 Uhr, anschließend Andacht. Um 10:30 Uhr beginnt die Busfahrt mit einem Reiseunternehmen, zu der ich die Lieben eingeladen habe. Die Fahrtroute erstreckt sich über Friedrichshafen, Meersburg, Überlingen, in die Schweiz nach Stein am Rhein bis zum Rheinfall von Schaffhausen. Wir sitzen im Oberdeck des Busses, genießen die herrliche Landschaft und lauschen den interessanten Ausführungen des Fahrers.

 In Stein am Rhein haben wir 1½ Stunden Aufenthalt, tätigen kleine Einkäufe, besichtigen die Altstadt bis hin zur Rheinbrücke und kehren zum Bus zurück.Es beginnt zu regnen. Wir fahren weiter bis zum Rheinfall. Als erstes suchen wir ein Restaurant mit Blick auf die tosenden Wasser auf, lassen uns Kaffee und Kuchen schmecken. Während sich Opa, Christel und Emil noch ausruhen, fahren Klaus und ich mit einem Boot zum Mittelfelsen des Rheinfalls, klettern viele Stufen bis zur Spitze hoch.  Es ist anstrengend, aufregend und zugleich bewegend. Mein Kindheitstraum hat sich erfüllt! Nach kurzer Zeit holt uns das Boot wieder ab.

Christel  erwartet uns bereits am Ufer, die beiden Männer hat sie schon zum Bus geschickt. Pünktlich geht die Fahrt zurück. Der Fahrer erklärt, jetzt auf einer anderen Route, wieder viel Wissenswertes. Was ich bisher nicht wußte: CH für Schweiz bedeutet „Conföderative Helvetia“. Gegen 18:30 Uhr kommen wir wohlbehalten in Nonnenhorn an. Dem Herrn sei Lob und Dank für alles Erleben, für alle Freude, für die Bewahrung.Nach einer kurzen Verschnaufpause gehen wir zum „Hotel Adler“, um uns zu stärken. Heute spendiert wieder Klaus das Abendessen. Opa sucht seinen Salatteller, der zum Hauptgericht gehört. Wir stellen fest: den hatte Emil verputzt, in der Annahme, es sei seiner. Die Bedienung erklärt, daß der Seniorenteller keinen Salat beinhaltet. Emil kann es nicht fassen; er ist traurig, daß ihm das passierte und igelt sich richtig ein. Wir versuchen ihm klarzumachen, daß das doch kein Problem sei. Wir haben an diesem Mißverständnis sogar unsern Spaß. Aber alle guten Worte finden bei ihm kein Gehör. Selbst Opa’s liebevolle Einladung zu einem Schnäpschen und die Sache nicht so tragisch, sondern locker zu nehmen, fruchten nichts. Er ist und bleibt traurig nach innen und außen. Was doch so ein kleiner, fehlgeleiteter Salatteller bewirken kann.
Dienstag, 21. September

Heute steht der Tag zur freien Verfügung.  Nach dem Frühstück allerdings halten wir gemeinsam die tägliche Andacht. Klaus und ich fahren nach Lindau und erledigen kleine Einkäufe, unter anderem für Opa eine Haushaltsschürze, die er sich schon lange wünschte. Am Hafen sitzen wir in der Sonne und genießen das herrliche Panorama. Um 13:27 Uhr fahren wir mit dem Zug zurück.  Christel hinterlegte eine Nachricht: „Sind am See!“  Wir gehen zu ihnen und lassen die ganz spezielle Wasser/Ufer/See/Sonne/ Grünanlagen-Atmosphäre auf uns wirken. Im nahe-gelegenen „Café Lanz“ gibt’s dann Kaffee, leckere Brombeer-Törtchen und anderen Kuchen. Mit Opa spazieren wir zur (ur-)alten Weinpresse, dem „Torkel“.
Von dort geht’s zur Weinhandlung „J.Fürst“, um eine Weinlieferung nach Hannover zu bestellen. Klaus bekommt für seine Mühe eine Flasche Nonnenhorner Apfelbrand von mir geschenkt. Im Fischerhäusle kaufe ich für zu Hause Felchen und geräucherte Aale, so daß wir noch in Hannover in Erinnerung schwelgen können. Kurz danach gehen Christl und ich in die Apfelplantage, um einige dieser köstlichen Früchte mitzunehmen.  Heimwärts schlagen wir einen neuen Weg ein und kommen zu unserm Erstaunen dicht an der Sonnenbichlstraße, in der wir wohnen, heraus. Um den Sonnenuntergang zu erleben, treffen wir uns alle nochmal am Hafen. Der Himmel hat eine wunderschöne Färbung, aber schnell steigt über dem See Dunst auf und die Sonne wird verdeckt. Leider erleben wir heute nicht den prächtigen Sonnenuntergang, wie öfters in den Jahren zuvor. Abendessen gab es im „Stedi“, wo Klaus bereits einen Tisch für uns Fünf bestellt hatte. Er überrascht uns immer wieder.  Das Essen war sehr gut. In unserm Zimmer spielten wir mit Christel Rommé bis 23 Uhr.

Mittwoch, 22. September
Um 8:30 Uhr frühstücken wir wie gewohnt. Leider bekommen wir unser Wunsch-Ei nicht. Zum Kummer seiner Frau hatte es der „Chef des Hauses“ vergessen – wie bei der Fahrt nach Wasserburg. Wir haben’s ihm verziehen. Anschließend halten wir die Andacht. Danach spazieren wir durch die Obstplantagen nach Kressbronn. Unterwegs staunte Opa nicht schlecht über die Prachtexemplare von Äpfeln. Mundraub ist gestattet, also futterten wir alle einen Apfel, und für Opa gab’s  auch Weintrauben.

In Kressbronn angekommen, gehen wir zum Hafen, suchen Schatten und eine Bank zum Ausruhen; denn Opa, Emil und ich waren total geschafft. Besonders für Opa war die Wanderung in den Nachbarort eine Leistung. Klaus geht am Bahndamm weiter, um zu fotografieren. Nach dem mißglückten, vereinbarten Treffen an der Bahnschranke fand er uns endlich an der Strandpromenade. Er hat nicht mal gemeckert, großes Lob!  Nun führt er uns in ein Eis-Café. Dann geht es durch die Parkanlage zum Hafen. Wir fahren mit dem Schiff eine Station zurück bis Nonnenhorn. Die Koffer werden gepackt, denn am nächsten Morgen soll es (leider) wieder nach Hause gehen.

Zum Abschieds-Abendessen sind wir in der „Altdeutschen Weinstube Fürst“. Klaus hat ein hübsches Eckchen für uns reservieren lassen. Die Bedienung ist freundlich, das Essen ist super, der Wein köstlich, so daß wir uns rundum wohlfühlen. Wir genießen den letzten Abend so richtig! Dieses Restaurant merken wir uns – und so Gott will und wir leben, werden wir im Jahr 2000 hier wieder einkehren. Dankbar und glücklich spazieren wir in unsere Pension. Auch heute gibt’s noch einige Runden Rommé mit Christel.  Gern hätten wir Klaus „einen übergebraten“, aber das kennt man ja: „wer andern eine Grube gräbt ....“. Seine Gewinnserie war eben nicht zu stoppen.

 

Donnerstag, 23. September
Das letzte Frühstück vor der Abreise wird eingenommen. Es bleibt auch noch Zeit für die Andacht; denn wir haben so viel Grund zum Danken. Nach dem Abschiednehmen gibt es noch einen speziellen „Fototermin“ mit dem Hausherrn. Aufwiedersehen Familie Wezler,  Adios Nonnenhorn. Vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahr wieder. Das „Gästehaus Bodensee“ zieht uns immer wieder besonders an.  Die Haustochter fährt Opa, Emil und großes Gepäck zum Bahnhof. Aufi geht’s nach Hannover! Es war eine gesegnete, erholsame Woche. Dem Herrn sei Lob und Dank.