Bodensee

2004

Aus dem Reisetagebuch von Lisa Almeroth

Mittwoch, 1. September
 

In froher Erwartung auf erholsame Tage in der uns schon vertrauten Bodensee-Region, treffen wir uns auf dem hannoverschen Bahnhof. Mit dabei ist wieder unsere liebe Adelgund aus Magdeburg. Sie kam tags zuvor und nächtigte bei uns. Wir freuen uns immer, wenn sie bei unserer Truppe dabei ist. Bald fährt auch schon unser Zug ein, und ab geht die Fahrt in Richtung Süden. In Augsburg hat der Zug ein wenig Aufenthalt, so dass sich einige von uns auf dem Bahnsteig die Füße vertreten. Als sie wieder ihren Platz einnehmen, vermisst Gardi ihre Zeitung, die sie weiter lesen will.

Eine Dame vor ihr hat beobachtet, wie eine ältere Frau selbige mitgehen ließ und beschrieb sogar, welche Kleidung diese Frau trug. Erika, mutig wie immer, beweist ihren detektivischen Spürsinn, entdeckt die Frau in der entsprechenden Kleidung und spricht sie an. Sie tat ganz unschuldig. Aber Erika lässt sich die Zeitschrift aushändigen und führt sie der eigentlichen Besitzerin, Gardi, zu. Ganz schön dreist von der Person, sich einfach so die Zeitung anzueignen. Und Erika? Sie könnte sich bei der Kripo um einen 400 Euro-Job bewerben. In Nonnenhorn angekommen, erwartet uns herrlichstes Wetter. Wir alle haben uns doch so sehr nach Wärme und Sonne gesehnt. Leider sind Christel und Emil dieses Mal nicht dabei. Von Frau Wezler werden wir wieder freundlich begrüßt; denn wir sind ja schon fast Stammgäste.

Dieses Mal haben Almeroths eine Ferienwohnung gebucht (Tipp der Gastgeberin), damit wir uns als Gruppe jederzeit in der großen Wohnstube versammeln können. Wir sind begeistert und fühlen uns gleich recht wohl in diesen Räumen. Nachdem sich alle von der Reise erholt haben, gehen wir gemeinsam zum Abendessen. Bald sehnen wir uns  aber nach unserem Bett; denn die lange  Fahrt war doch recht anstrengend.

 

 

Donnerstag, 2. September

Nach dem wohltuenden Schlaf und  dem stärkenden Frühstück treffen wir uns in „unserem“ Wohnzimmer zur Andacht. Gemeinsam beraten wir, wohin wir heute eine Tour machen. Aufgrund des schönen Wetters beschließen wir, zur Insel Mainau zu schippern. Sonja und Viktor sollen endlich auch die Mainau kennen lernen, was ihnen letztens, wegen des miesen Wetters, nicht vergönnt war. Klaus erkundet derweil die Marienschlucht, wie er mit der Truppe am besten  dort hingelangt. Wir genießen die bezaubernde Insel, die Blumenpracht, den Blick auf den Bodensee. Man kann sich einfach nicht sattsehen an der wunderbaren Schöpfung. Auf der Rückfahrt steigt Klaus in Meersburg auf das Schiff zu - ein tolles Timing! Gemeinsam freuen wir uns an dem herrlichen Wetter, an der an uns vorbeiziehenden Landschaft, daß wir so unbeschwert die Seele baumeln lassen können.  Danke, Herr!
Der Tag neigt sich, wir kommen wohlbehalten in Nonnenhorn an, und unser Magen verlangt nach einem herzhaften Abend-brot. Wir kehren im „Torkel“ im Wintergarten ein und
beginnen traditionsgemäß  mit dem lieblichen “Gesöff“ Holunderblüte
nsekt. Hmm, der ist lecker! Die beliebten Felchen und anderes mehr lassen wir uns schmecken. Dankbaren Herzens nehmen wir Abschied von diesem wunderschönen Tag.


 
Freitag, 3. September

Nach dem Frühstück und der Andacht versorgten wir uns im Supermarkt mit Essen und Trinken. Anschließend fahren wir bis Friedrichshafen und von dort mit dem Bus bis Meersburg, um hier die Bibelgalerie zu besichtigen.  Mit viel Liebe und guten Ideen werden biblische Themen den Besuchern nahe gebracht. Eine Sonderausstellung „Posaunenklang und Saitenspiel - Musik in der Bibel, die am nächsten Tag beginnen soll, wird gerade aufgebaut. Wir können vorab schon einiges Interessante entdecken. Auch dem kleinen Garten mit Pflanzen, die in der Bibel erwähnt werden, statten wir anschließend einen Besuch ab.
Dann trödeln wir durch die Gassen von Meersburg, bummeln durch Geschäfte und laufen zielstrebig zum altbekannten Seegarten-Restaurant „Wilder Mann“. Die Gäste haben von einigen Tischen aus einen wunderbaren Blick auf den Bodensee, können abfahrende und ankommende Schiffe beobachten, und gerade deshalb zieht es auch uns immer wieder hierher. Welch ein Glück, gerade wird ein Tisch direkt am Wasser frei, nix wie hin. Wir erfreuen uns an Kaffee und Kuchen, so wie es jeder gerne mag. Nach dem Kaffeetrinken schauen wir uns den kleinen Hotelgarten an, in dem viele schöne Rosen und andere Blumen den Besucher  erfreuen. Per Bus und Zug geht es nun zurück nach Nonnenhorn. Eva und Jörg sind inzwischen eingetroffen und erwarten uns schon auf dem Bahnhof. Fröhliche Begrüßung, munteres Plaudern und ab geht es zur Weinstube Fürst (gleich neben der kleinen Kapelle) zum Abendessen. Wir sitzen im Garten unter den großen Bäumen, eine herrliche Abendstimmung. Irgendwelches klitzekleine Getier fällt ab und zu von den Bäumen auf die Tische herab. Sonja ist davon überhaupt nicht begeistert, wir zwar auch nicht, aber wir machen unsere Späße damit. Wir bieten dann Sonja einen Platz unter einem Schirm an. Ob eines dieser kleinen Tierchen dennoch auf einem Teller landete, ist nicht mehr nachzuvollziehen, zumal es dunkel war. Wenn ja, dann scheint es uns aber nicht geschadet zu haben. Wir haben den Abend und die darauffolgende Nacht gut überstanden.

 

 

 

 

Samstag, 4. September

 

Heute haben Jörg und Eva etwas Besonderes mit uns vor. Eigentlich ist es ein Geburtstags-geschenk an Papa Klaus, an dem aber alle Lieben teilhaben sollen. Jörg und Eva fahren mit dem Auto voraus nach Wasserburg zum Yachthafen, um alle Vorbereitungen für das Unternehmen zu treffen. Wir wandern nach Wasserburg zum vorgegebenen Treffpunkt. Es ist ein schöner Wanderweg bei strahlender Sonne. Am Hafen mit den Segelbooten angekommen, erahnen wohl alle das Geheimnis. Adelgund erzählt uns noch kurz zuvor, daß sie nie in einem kleineren Boot auf größerem See mitmachen würde. Und nun? Allein zurückbleiben? Nein, das mag sie auch nicht. Sie nimmt allen Mut zusammen, um mit uns dieses Erlebnis zu teilen. Bravo, Adelgund, du bist ein tapferes Mädchen! Da kein Boot für alle verfügbar ist, teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Es ist gar nicht so einfach, so ein Boot zu besteigen, aber mit Hilfe der Truppe klappt es dann vorzüglich. Friedrich ist ein geübter Segler, und so kann er Eva und Jörg gut zur Hand gehen. Mit großem Hallo wird unsere erste Gruppe von den Zurückbleibenden verabschiedet, und hinaus geht es auf das große „Schwäbische Meer.“ Es herrscht ziemliche Flaute, so daß wir nicht allzuweit kommen und dennoch viel Spaß und Freude an dem Ereignis haben. 

Da Eva die Segelprüfung gemacht hat, ist sie sich ihrer vollen Verantwortung bewußt, und wir bewundern sie einfach alle, mit welcher Ruhe und Gelassenheit sie das Ganze angeht. Nach fast drei Stunden löst uns die andere Gruppe ab, die wir ebenso mit Hallo auf die Reise schicken. Erika läuft derweil alleine nach Nonnenhorn  hin und zurück, Klaus und ich spazieren durch Apfelplantagen, kehren zum Kaffee-trinken ein, während die anderen auf hoher See sind. Gegen 16 Uhr  stehen Erika und wir wieder am Kai, um die zweite heimkehrende Segel-gruppe in Empfang zu nehmen. Unsere Hochachtung! Niemand steigt am Steg aus, alle kraxeln mutig die Kaimauer hinauf. Danke, Herr, für alle Bewahrung, für dieses schöne Erlebnis!

Jörg und Eva hatten im Boot für Kuchen und Getränke gesorgt, aber niemand von uns hat daran gedacht. Wir waren alle so begeistert, daß ans Essen und Trinken niemand gedacht hatte. Nachdem alle Formalitäten betr. Rückgabe des Segelbootes erledigt waren, brachte Jörg uns (Gardi, Eva und mich) im Auto zurück nach Nonnenhorn. Alle anderen liefen zu Fuß zurück. Im Stedi essen wir zu Abend. Hier geht es immer besonders locker und freundlich zu, und außerdem sind wir mit dem Essen und den Portionen sehr zufrieden. Auf dem Heimweg haben wir noch viel Spaß miteinander, das viele Essen kann ein wenig rutschen, und wir halten dankbar in Gedanken Rückschau ob diesen schönen Tages.

 

Sonntag, 5. September

 

Wir nehmen unser Frühstück etwas zeitiger ein, denn wir wollen nach Lindau zum Gottesdienst in die FeG. Klaus hat extra für uns einen Minibus geordert, um pünktlich dort zu sein. Enttäuscht stehen wir vor verschlossener Tür, nichts rührt sich. Beim Weggehen entdecken wir an einer Tür einen winzig kleinen Zettel: Wir sind als Gemeinde heute dort und dort zur Tauffeier. Keine Ahnung, wo das genau ist. Der Taxi-Bus ist leider schon weg, sonst hätte uns der Fahrer dahin bringen können. Es ist gleich 10 Uhr, also gehen wir in die ev. Kirche gleich nebenan. Nach dem Gottesdienst bummeln wir durch Lindau; denn das Städtchen gefällt uns immer wieder. Vom wunderschönen Rathausturm erklingt das Glockenspiel, dem wir aufmerksam lauschen. Weiter geht es zum Hafen, der auch immer wieder seine Anziehungskraft hat. Die vielen Stühle an der Promenade laden zum Verweilen ein. Musiker geben ihr Bestes. Besonders gefällt uns die Musik auf der Panflöte. Da ist doch gleich ein kleiner Obulus fällig. Es bleibt uns noch viel Zeit, und so entschließen wir uns zu einer Schiffsfahrt nach Bregenz (Österreich), um mit der Seilbahn auf den Pfänder zu fahren. Hier verbringt jeder seine Zeit nach Wunsch bis zur gemeinsamen Seilbahn-Abwärtstour. Mit dem Schiff schippern wir bis Kressbronn zum Kaffeetrinken, wo wir uns im Gartenlokal stärken. Dann heißt es: zu Fuß durch die Apfelplantagen nach Nonnenhorn. Wie schon sooft naschen wir rechts und links von Äpfeln, Birnen und Weintrauben, nehmen auch ein paar Äpfel mit, dezent versteckt, damit es kein Einheimischer merkt. Kurz vor den ersten Häusern purzeln Eva doch einige Äpfel aus dem Pullover auf den Weg, ausgerechnet da, wo Leute vor  einem Auto stehen und plaudern. Sie gucken und schmunzeln nur, und wir haben unseren Spaß. Wir erreichen  unsere Pension. Jörg und Eva müssen leider gleich die Heimreise antreten. Große Verabschiedung vor der Haustür mit allen guten Wünschen für eine bewahrte Fahrt mit dem Auto. Abendessen nehmen wir im „Adler“ ein (außer Sonja, Viktor und Adelgund). Besonders begeistert sind wir dieses Mal nicht, so daß wir vermutlich nicht mehr dort einkehren werden. Von den Kindern erhalten wir eine SMS, daß sie gut zu Hause angekommen sind. Dankbar legen wir uns zur Ruhe.

 

Montag, 6. September

Nach dem Frühstück und der Andacht gehen wir einkaufen. Gardi und ich gehen nicht mit  auf Wanderung zur Marienschlucht. Eine Pause tut uns  recht gut. Am Nachmittag bereiten wir ein Abendessen vor. Wenn die Lieben von der Wandertour zurückkehren, wollen wir sie mit einem kräftigendem Mahl überraschen.  Wohlbehalten und pünktlich sind sie daheim, mit riesigem Hunger. Auch wir haben das Essen pünktlich auf dem Tisch, mit großer Freude liebevoll angerichtet. Ein Dankgebet eröffnet  das Abendessen. Es gibt diverse Getränke, eine Unox-Vorsuppe nach Wunsch, Kartoffelsalat mit Würstchen, belegte Brötchen und als Nachspeise Eis. Alle sind satt geworden, zufrieden und dankbar. Gardi und ich sind froh, daß es allen schmeckte. Obwohl die Wandertruppe sooo müde ist, wäscht sie mit uns gemeinsam das Geschirr ab. Viel Spaß haben wir dabei. Dann geht es ganz schnell ins Bett; denn die Wanderung an der frischen Luft  hat müde gemacht.

 

 

 

Dienstag, 7. September

 

Heute ist eine Fahrt zum Säntis und nach Appenzell (Schweiz) geplant. Mit Bus, Bahn und Fähre machen wir uns auf den Weg. Ein neuer Tag erfreut uns mit herrlichstem Wetter. Die Seilbahn bringt uns auf den Säntis. Oben angekommen, ist es nicht ganz so toll, wie wir es uns erhofft hatten.Wir haben keinen weiten Blick ins Land, es ist dunstig, die Wolken wandern. Manch-mal läßt sich aber doch die Sonne sehen, und dann entdecken wir Felsen und  eine herrliche Landschaft. Trotz allem, wir sind zufrieden und dankbar. Bald lassen wir uns auf die Schwägalm abseilen. Hier besuchen wir die Käserei, beobachten einige Arbeits-vorgänge bei der Käseherstellung und versorgen uns mit Joghurt- und Käsesorten. Mit Bus und Bahn geht’s nun nach Appenzell. Wir bummeln ein wenig durch den Ort, werden durch das laute Glockengebimmel auf einen Viehabtrieb aufmerksam. Nix wie hin zu diesem Geschehen, die Kameras werden gezückt und  die buntgeschmückten Tierlein auf die Linse gebannt. Klasse! Schnell ist dieser Rummel vorbei. Traditionsgemäß kaufen wir uns einen Stoffkalender mit Schweizer Blumenmotiv. Jeder von uns sucht in den Geschäften nach etwas Brauchbarem, wobei uns der gute Schweizer Käse am liebsten ist.

 

Ich entdecke einen kleinen Kaffeegarten eines Hotels. Hier ist es zwar eng, aber gemütlich. Während wir  Kaffee trinken, schlendern Sonja und Viktor durch die Gassen. Gegen 17 Uhr  müssen wir die Rückreise nach Nonnenhorn antreten. Wohlbehalten angekommen, begeben wir uns in das Restaurant „Witzigmann“. Hier können wir wieder lecker speisen: Ente, Felchen blau und andere tolle Gerichte. Gut gesättigt, fröhlich und zufrieden begeben wir uns in unsere Pension. Der lange Tag an der frischen Luft hat uns richtig  müde gemacht.

 

 

Mittwoch, 8. September

Nach dem Frühstück und der Andacht fahren wir mit Bus, Bahn und auf einer Autofähre nach Konstanz. Auf der Autofähre können wir sogar im Bus sitzen bleiben, was für uns wieder ein neues Erlebnis ist. In Konstanz angekommen, zieht sich der Weg bis zum Sea-Life-Aquarium ganz schön in die Länge, aber auch das haben wir bewältigt. Dicht am See hat man dieses Pracht-stück errichtet. Viele bekannte und seltene Fische können wir hier beobachten im Groß- und Kleinformat. Welch eine wunderbare und vielfältige Schöpfung!

 

 

Wir können einfach immer wieder nur staunen. Vor der Rückfahrt nehmen wir  im Freien vor dem Museum noch Trinkbares zu uns. Abschließend genießen wir bei wunderbarem Wetter noch einmal die Fahrt auf dem Bodensee, dann mit Bus und Bahn bis Nonnenhorn. Den letzten Abend vor unserer Heimreise genießen wir wieder im „Torkel“ bei gutem Abendessen. Es gibt sogar Kalbsleber, zart und köstlich. Jeder ist zufrieden.Wir plaudern noch über unsere Erlebnisse, sind dankbar, einiges  Neue kennengelernt zu haben und danken Gott für alle Tage Sonnenschein. Vor dem Schlafengehen werden die restlichen Sachen in den Koffern verstaut, dann übermannt uns die Müdigkeit.

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 9. September

 

Nach dem Frühstück kaufen Friedrich und ich noch Felchen und Aal, frisch geräuchert. Dann nehmen wir Abschied von unserer Gastgeberin, bei der wir uns wieder so wohl gefühlt haben. Auf Wiedersehen Nonnenhorn! Auf Wiedersehen Bodensee! Unbeschadet bringt uns die Bahn nach Hause, nach Hannover. Unserem Herrn sei Lob und Dank für die erholsamen, wunderbar-sonnigen Urlaubstage.